Resident Evil 6 / Biohazard 6

Resident Evil 6 / Biohazard 6

Survival-Schocker: Zombie-Jagd mit Hochglanz-Grafik

Resident Evil 6 setzt die ahnenreiche Survival-Horror-Reihe fort. In vier verschiedenen Szenarien schießt sich der Spieler Kapitel für Kapitel durch Scharen wilder Zombies und besiegt den wahnsinnigen Oberschurken Derek Simmons. Spielerisch verbindet Resident Evil 6 einen Shooter mit Grusel-Einlagen, Action und Puzzles. Ganze Beschreibung lesen

Vorteile

  • gute Grafik
  • gute Steuerung
  • viel Abwechslung
  • guter Koop-Modus

Nachteile

  • nervende Quick-Time-Events
  • mitunter ungünstige Kamerawinkel

Gut
7

Resident Evil 6 setzt die ahnenreiche Survival-Horror-Reihe fort. In vier verschiedenen Szenarien schießt sich der Spieler Kapitel für Kapitel durch Scharen wilder Zombies und besiegt den wahnsinnigen Oberschurken Derek Simmons. Spielerisch verbindet Resident Evil 6 einen Shooter mit Grusel-Einlagen, Action und Puzzles.

Koop-Action gegen fiese Bestien

Zu Beginn von Resident Evil 6 wählt der Spieler eines von vier Szenarien und damit sein Team. Alle Szenarien mit einer Spielzeit von jeweils rund drei bis vier Stunden treiben die Handlung aus unterschiedlicher Sicht voran. Die vollständige Geschichte ergibt sich erst nach Abschluss des letzten Kapitels.

Jedes Szenario setzt in Resident Evil 6 seinen eigenen Schwerpunkt. Am dichtesten am Survival-Horror-Erlebnis ist der Leon-Abschnitt in düsterer Umgebung. Das Chris-Szenario spielt sich beinahe wie ein Ego-Shooter: Soldaten liefern sich mit schwer bewaffneten Zombies einen Häuserkampf im Stil von Call of Duty. Der Jake-Abschnitt liegt irgendwo dazwischen. Das mit abwechslungsreichen Rätseln gespickte Ada-Szenario bildet einen spannenden Abschluss.

Wie der direkte Vorgänger ist Resident Evil 6 auf kooperatives Spiel zu zweit ausgelegt. Man wählt seine Spielfigur, steht sich im Kampf bei, öffnet gemeinsam Türen und löst zusammen Rätsel. Die Steuerung des Mitspielers überlässt man entweder dem Computer, spielt online gegen einem befreundeten oder fremden Mitspieler oder im Splitscreen-Modus zu zweit am gleichen PC.

Jeder Abschnitt ist in Resident Evil 6 linear aufgebaut und ermöglicht nur beschränkten Handlungsfreiraum. Ein Ortungssystem führt den Spieler zuverlässig zum nächsten Wegpunkt. Die Wege aller Spielfiguren kreuzen sich im Verlauf der Handlung zu unterschiedlichen Zeitpunkten.

Der Aufbau der Spielabschnitte ist stets ähnlich. Man beginnt mit einer schlecht ausgerüsteten Spielfigur, sammelt erste Gegenstände, sucht nach besseren Waffen und bekämpft an Stärke zulegende Feinde bis zu monströsen Boss-Gegnern.

Während die ersten Zombies rasch sterben, trifft man im Verlauf von Resident Evil 6 auf eine Vielzahl gefährlicher Gegner, die bei Verwundungen zu noch stärkeren Wesen mutieren. Einige setzen dem Spieler mit Geschrei zu, andere versprühen stinkende Gase und weiteren wachsen gepanzerte Arme oder neue Köpfe.

Das Spiel speichert automatisch nach erreichten Checkpoints. Wer kurz vor einem solchen Punkt stirbt, muss einen längeren Abschnitt wiederholen.

Am Ende jedes Kapitels erhält man eine Abschlussbewertung. Wer die Bestnote S-Rang erreichen will, muss schnell viele Monster töten, präzise zielen und darf nicht sterben. Mit im Spiel gesammelten Fertigkeitspunkten kann man seine Waffen stärken oder Eigenschaften wie Abwehr oder Nahkampf verbessern.

Viele Spielfiguren wecken bei Serien-Kennern Erinnerungen. Leon hatte bereits Auftritte in Resident Evil 2 und 4. Chris Redfield schlug sich im direkten Vorgänger Resident Evil 5 gegen die Zombie-Plage durch. Neu im Geschäft ist dagegen Albert Weskers Sohn Jake Muller an der Seite von Sherry Birkin. Die verschlagene Ada Wong hatte bereits in mehreren Folgen Gastauftritte.

Zusätzliche Spielanreize bieten neben der Suche nach im Spiel versteckten Schlangen-Abzeichen die Online-Modi Jagd auf Agenten und Die Söldner. Die Söldner stehen erst nach Abschluss aller Kapitel zur Verfügung.

Gameplay der PC-Version

Die PC-Umsetzung von Resident Evil 6 spielt sich erfreulich flüssig. Mit den Tasten WASD steuert man die Figur durch Flure oder Straßen, rollt sich auf Tastendruck ab und versorgt sich mit Munition und Medizin. Über das Maus-Scrollrad kann man die Waffen wechseln.

Jede Aktion hat ihre eigene Taste, komplizierte Doppelbelegungen wie am Controller entfallen. Besonders die präzise Ausrichtung des Fadenkreuzes lässt den Wunsch nach einem Controller erst gar nicht aufkommen. Jeder Schuss trifft die Zombies genau dort, wo man hinzielt.

Dass man im Inventar Gegenstände nicht per Mauszeiger wählen kann, ist ein verschmerzbarer Schönheitsfehler. Puristen können auf Wunsch trotzdem einen Controller anschließen. In diesem Fall gleicht das Spielerlebnis der Konsolen-Version.

Die Steuerung von Resident Evil 6 wird in den so genannten Quick-Time-Events bedeutsam, wenn man unter Zeitdruck die auf dem Bildschirm eingeblendete Taste drücken muss. Auch in diesem Fall zeigt sich die PC-Version mit gelenkschonenderen Tastenkombinationen dem Konsolen-Pendant überlegen.

Gute Grafik, nervige Kamera

Die Spielgrafik von Resident Evil 6 hebt sich mit feiner aufgelösten Texturen und Details von der PC-Version ab. Die bessere Kantenglättung sorgt für einen insgesamt wertigeren Gesamteindruck in maximaler Qualitäts-Einstellung.

Die Handlung treiben gelungene Filmeinspielungen voran, die allerdings das Spiel im Gegensatz zu Titeln wie Uncharted mit störenden Ladebildschirmen unterbrechen. Mitunter übernimmt das Spiel die Kontrolle auch in zu kurzer Folge: Man betrachtet einen Film, geht ein paar Schritte und schon folgt die nächste Sequenz.

Stets blickt man der Spielfigur in Resident Evil 6 über die Schulter. Mit der Maus kann man die Kameraausrichtung korrigieren. Unerfreulich wird es nur dann, wenn das Spiel die Kamerasteuerung übernimmt und unmögliche Winkel einstellt.

Die deutsche Vertonung ist zufriedenstellend. Den gelungensten Akzent unter den ansonsten etwas uninspirierten Sprechern setzt die herausragende Synchronisation von Ada mit ihren bösartigen Witzchen und sarkastischen Anmerkungen.

Fazit: Gute PC-Umsetzung eines durchschnittlichen Actionkrachers

Resident Evil 6 ist ein solider Action-Kracher, der auf dem PC mit guter Grafik und Steuerung überzeugt. Die vielen Spielfiguren und Aufgaben sorgen für einen lang währenden Unterhaltungswert. Besonders Koop-Spieler kommen voll auf ihre Kosten.

Die Vielschichtigkeit geht allerdings auf Kosten einer umständlich erzählten Rahmenhandlung. Außerdem erschweren die vielen Charaktere eine emotionale Verbindung. Wirklich gruselig sind eher technische Mängel wie nervende Quick-Time-Events oder eine bisweilen ungünstige Kameraperspektive, die für manch vermeidbares Frustmoment sorgen.